MONSUNDYNAMIK UND ENTWICKLUNG VON ARIDEN GEBIETEN - DAS KLIMAARCHIV QAIDAM

Das  Projekt ist ein Beitrag zur Erforschung der Monsundynamik, konkret zur Erkundung und Auswertung von Klimaarchiven. Im Qaidam-Becken am Nordost-Rand des Tibet-Plateaus sollen aus lakustrinen Sedimenten Multiparameterdaten für eine langzeitliche Klimarekonstruktion gewonnen und interpretiert werden.

Das Qaidam-Becken war vom Eozän bis sub-rezent ein geschlossenes Sedimentbecken mit kontinuierlicher Akkumulation von Seeablagerungen; es ist daher besonders gut als Archiv für hochauflösende Multiparameter-Studien zur langzeitlichen Paläoklimarekonstruktion geeignet. Die zentrale Frage ist, welche Rolle die Hebung des Tibet-Plateaus bzw. die globale Klimaentwicklung, vor allem die globale Abkühlung vor ca. 14 Millionen Jahren, für die Bildung der ariden Zone im Nordosten des Plateaus gespielt haben.

Zielsetzung in diesem Projekt ist die Rekonstruktion der langzeitlichen Paläo Umweltentwicklung am NE-Rand des Tibet-Plateaus, insbesondere der Zeitbereich, in dem sich das Monsunsystem und die Aridifizierung Zentralasiens entwickelt haben. Dies erfordert die Durchführung weiterer Bohrvorhaben im westlichen Qaidam-Becken. Zunächst ist eine Pilotstudie vorgesehen, welche die erreichbaren Ziele deutlicher definiert und mögliche alternative Vorgehensweisen aufzeigt. Damit einher geht die umfassende Auswertung bereits existierender sowie neu ausgewerteter Daten.

Bei erfolgreichem Verlauf der Pilotstudie sind weitere Bohrungen geplant mit dem Ziel, eine kontinuierliche und bezüglich von Klimaproxies geeignete Sequenz von lakustrinen Sedimenten zur Paläoklimarekonstruktion zu gewinnen und auszuwerten. Diese sollen möglichst in den Altersbereich von 15 Ma zurück reichen.

Beteiligte Institute

Eberhard Karls Universität Tübingen, Fachbereich Angewandte Geowissenschaften, AG Geophysik

Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Universität Frankfurt, Institut für Geowissenschaften, Paleoenvironmental Dynamics Group