QUASI - REKONSTRUKTION DES ÜBERREGIONALEN SIGNALTRANSFERS AUS SEDIMENTOLOGISCHEN LANGZEITARCHIVEN

Der Projektverband QUASI erforscht die terrestrischen Ablagerungsgebiete im nördlichen Vorland des Tibet-Plateaus. Das Untersuchungsgebiet umfasst die gebirgsumgebenden Becken der Badain Jaran und der Tengger Shamo Wüste. Sie gelten als Archive, deren Sedimente mehr als 250 Tausend Jahre Reliefentwicklung und Klimageschichte dokumentieren. Die Region steht unter dem Einfluss der drei globalen Windsysteme:  des Südostmonsuns, des Nordwestmonsuns und der Westwinddrift. Das dort akkumulierte Material wurde überwiegend äolisch aus Quellgebieten Zentralasiens und Nordchina transportiert.

Das Gaxun Nur Becken befindet sich am Fuße des Qilian Shan, der zum östlichen Teil des Nan Shan Hochgebirges gehört. Es stellt die Akkumulationsbasis der beiden Flüsse Hei He und Shiule He dar, welche dem Qilian Shan in über 5000m Höhe entspringen. Das Gaxun Nur Becken umfasst bis zu 300m mächtige Quartärsedimente, die den tertiären Konglomeraten aufliegen. Die mächtigsten Sedimentverfüllungen sind im südöstlichen Teil des Beckens, dem Übergang zur Badain Jaran Wüste, lokalisiert. Gemeinsam mit den Hinweisen aus der rezenten tektonischen Aktivität deuten die Konglomerate auf eine späte Absenkung des Beckens während des Pleistozäns hin.

Bereits in den 90er Jahren wurden Bohrungen im nördlichen Teil des Sedimentbeckens durchgeführt. Die Analyse der bis zu 230m langen Bohrkerne zeigt eine kontinuierliche Ablagerung von fluvialen und lakustrinen Sedimenten während der letzten 250 Tausend Jahre.

Als wesentlicher Bestandteil des Vorhabens gilt  die Durchführung einer bis zu 300m tiefen Bohrung im südöstlichen Teil des Gaxun Nur Beckens. Dieser Standort ist aufgrund der mächtigen pleistozänen Sedimentschichten und der Lage innerhalb eines möglichen Abflussgebietes gewählt worden .Die Analyse der Bodenproben soll zur Rekonstruktion der klimatischen und ökologischen Entwicklung beitragen, sowie folgende Fragestellungen klären:

Wann begann die Reliefentwicklung des Gaxun Nur Beckens und somit der äolische Transport pleistozäner Lössablagerungen? Welche Schlussfolgerungen ermöglichen die Ergebnisse der Sedimentanalysen bezüglich der Monsundynamik während der vergangenen 250 Tausend Jahre? Inwieweit gestaltete sich der Wasserhaushalt während extremer Trockenperioden in der Vergangenheit?

Beteiligte Institute

RWTH Aachen, Geographisches Institut

Alfred Wegener Institut für Polar und Meeresforschung

FU Berlin, Institut für Geographische Wissenschaften

IFM Geomar

Nanjing University