PERMATRANS - DER PERMAFROST-TRANSEKT – AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS UND DER LANDNUTZUNG AUF PERMAFROSTBÖDEN UND DEREN KOHLENSTOFF-DYNAMIK ENTLANG EINES KLIMAGRADIENTEN AUF DEM TIBET-PLATEAU

Permafrostböden, insbesondere auf dem Tibet-Plateau, unterliegen infolge der globalen Erwärmung hochdynamischen Veränderungen, die mit der Emission der Spurengase CH4, N2O und CO2 einhergehen. Daneben fördert ein steigender Beweidungsdruck die Zerstörung der Vegetationsdecke sowie die Abnahme des Gehalts an organischer Substanz im Boden. Ziel des Projekts ist es, die Bodenentwicklung, die Kohlenstoffdynamik im Boden und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen zu quantifizieren. Dies ermöglicht die räumliche Differenzierung von Böden mit Quellen- und Senkenfunktion für Kohlenstoff und die Erfassung des damit verbundenen Klima- und umweltbezogenen Veränderungs- und Risikopotenzials für Treibhausgasemissionen im Bereich des Tibet-Plateaus.

Die Bildungsraten der Spurengase CH4 und CO2 sind gut erforscht, allerdings fehlt der Zusammenhang mit der räumlichen Anordnung von steuernden Bodeneigenschaften, sodass Vorhersagen und Risikoabschätzungen im Hinblick auf den Klimawandel bislang mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Wie verändern sich die Kohlenstoffpools bei kontinuierlichem Abtauen des Permafrosts? Was bedeutet dies für die Senken- bzw. Quellenfunktion der Böden für CH4- und CO2-Emissionen?

Im Rahmen der PERMATRANS Untersuchungen werden die Indikatoren der Kohlenstoffdynamik in Permafrostböden entlang eines 1.500 km langen Transekts in 4.600 m bis 5.100 m Höhe auf dem Tibet-Plateau an Knotenpunkten (Leitstandorte) erfasst.

Entsprechend der fachlich notwendigen Kompetenzen für diese Vorgehensweise ist das Projekt in zwei Arbeitspakete unterteilt. Während sich Arbeitspaket 1 mit der Permafrostdynamik in den Böden, der Pedogenese sowie den Bodenkohlenstoffvorräten beschäftigt, ist das Arbeitspaket 2 in die Kernbereiche Methanbildung (2a) und Methanoxidation (2b) untergliedert.

Zusammen mit den Ergebnissen anderer Projekte des Zentralasien-Programms des BMBF wird ein verbessertes ganzheitliches Verständnis des Risikopotenzials landnutzungsbasierter Veränderungen in Permafrostböden auf dem Tibet-Plateau vor dem Hintergrund des Klimawandels möglich.

 

Beteiligte Institute

Eberhard Karls Universität Tübingen, Fachbereich Geographie, AG Physische Geographie und Bodenkunde

Institut für Polar- und Meeresforschung, Potsdam

Helmholtz Zentrum München, Institut für Bodenökologie