CADY - KLIMADYNAMIK IN ZENTRALASIEN


Im Rahmen des Verbundprojektes "Cady" werden entlang von drei Transekten durch das Tibet-Plateau die holozäne Klimavariabilität und die regionale Hydrologie rekonstruiert. Dazu sollen bestimmte Zeitscheiben (z. B. Mittelalterliche Warmphase, Kleine Eiszeit) untersucht werden. Die Kombination von Paläo-Proxydaten (Baumring- und Pollenanalysen, Isotope) und Modellsimulationen soll zu einem verbesserten Verständnis der Monsundynamik führen. Es werden ökologisch relevante Kenngrößen in aquatischen Systemen und ihren Einzugsgebieten ermittelt. Aus diesen Daten sollen Transferfunktionen entwickelt werden und anschließend eine semi-quantitative Auswertung von Multiproxy-Daten aus Seesedimenten erfolgen. Zur Erfassung des horizontalen und vertikalen Materialtransports im Namco See auf dem Tibet Plateau werden zwei Mooring-Systeme mit sequentiellen und integrativen Sedimentfallen und Sensoren (für Temperatur, Druck, pH, Leitfähigkeit, Trübe) in unterschiedlicher Tiefe installiert. Für die Erfassung der Steuerparameter und die räumliche Verteilung der Schwebstoffe werden zusätzlich mobile Messungen mit einer Multisonde durchgeführt. Der Transfer des Signals in das Sediment wird aus der umfassenden sedimentologischen und bio-geochemischen Analyse der oberflächennahen Sedimente und dem Vergleich der Ergebnisse aus den Sedimentfallenanalysen abgeleitet. Untersucht wird dabei der Zeitraum von Beginn der 1950er Jahre bis heute. Mit Hilfe eines Multi-Parameteransatzes, der Jahrringbreite, quantitative Holzanatomie und Verhältnisse stabiler Isotope in Jahresringen umfasst, soll die Dynamik des asiatischen Sommermonsuns während der letzten 1500 Jahre untersucht werden.

Beteiligte Institute

TU Braunschweig, Institut für Umweltgeologie

FU Berlin, Institut für Meteorologie

GFZ Potsdam Department 5: Prozesse der Erdoberfläche, Sektion 5.2: Klimadynamik und Landschaftsentwicklung

Senckenberg Forschungsstation für Quartärpaläontologie Weimar

Max Planck Institut für Biogeochemie Jena

Friedrich Schiller Universität Jena, Institut für Geographie, Lehrstuhl für Physische Geographie